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Position der USO betreffend die Durchführung der Maturaprüfungen 2020

In wenigen Tagen sollten in den ersten Kantonen die Maturaprüfungen beginnen. Doch noch immer gibt es keine definitive Informationen, ob diese durchgeführt werden und wessen Inhalt diese aufweisen sollen. Momentan deutet alles auf ein Flickwerk hin.

Die EDK hat vorgeschlagen, auf mündliche Prüfungen zu verzichten und die Durchführung der schriftlichen Prüfungen den Kantonen freizustellen. Der Bund hat darüber noch nicht entschieden und doch kommunizieren erste Kantone bereits, wie sie verfahren werden sobald der Bund dem Vorschlag des EDK gefolgt sei.

Bereits jetzt zeichnet sich ein Flickenteppich ab, was nicht der Grundidee eines genormten schweizer Abschlusses für den prüfungsfreien Hochschulzugang entspricht. Der Vorschlag der EDK, dass Kantone auch auf schriftliche Prüfungen verzichten können, zielt jedoch auf besonders schwer betroffene Gebiete ab. Wie das Tessin auch Massnahmen des Lockdowns verlängert hat, so könnte durch die Umsetzung des Vorschlags der EKD dieser Sonderbelastung Rechnung getragen werden.

So wie die Regelung aktuell durch die Kantone augelegt wird, lässt sich aber kein Zusammenhang zwischen der Betroffenheit eines Kantons und der Nichtdurchführung der Prüfungen erkennen.

In den Kantonen, welche bekannt gegeben haben, dass sie Prüfungen durchführen, fürchten die Schülerinnen und Schüler, dass die Prüfungen wie geplant durchgeführt werden und den erschwerten Bedingungen mit Ferunterricht und der allgemeinen Belastung durch die Pandemie, keine Rechnung getragen werden wird. Dies darf auf keinen Fall sein. Prüfungen stattfinden zu lassen ist im Hinblick auf die Reputation der Maturität zwar wünschenswert, doch müssen diese zwangsläufig auf die neue Situation angepasst werden, so dass jede und jeder seinen Abschluss zu fairen Bedingungen machen kann.

Es ist nun am Bund, unverzüglich eine Regelung zu erlassen. Diese ist für die Schweiz einheitlich zu treffen. Eine Ausnahmeregelung für besonders betroffene Kantone wie das Tessin muss eine solche sein und an Bedingungen geknüpft werden. Es darf keinen Flickenteppich aufgrund des Gutdünkens der Verantwortlichen in den Kantonen geben.

Sollten Prüfungen stattfinden, muss es ein Schutzkonzept geben, damit weder Schülerinnen und Schüler noch deren Familien gefährdet werden. Von den Prüfungsverantwortlichen wird erwartet, dass diese so angepasst werden, dass den erschwerten Vorbereitungsbedingungen Rechnung getragen wird. 

Ob die Sicherheitsregeln bei mündlichen Prüfungen nicht viel eher eingehalten werden können als bei schriftlichen Prüfungen ist zu überdenken, zumal mündliche Prüfungen verhältnismässig problemlos mittels digitaler Kommunikationsmittel durchgeführt werden könnten.

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