Unser Leitbild

Allgemein

Die USO ist der Meinung, dass Schülerinnen und Schüler bei jeglichen Fragen um Bildung und Schule die wahren Expertinnen und Experten sind. Als solche müssen sie in alle Entscheidungsprozesse einbezogen werden, welche Schule und Bildung betreffen, sei dies in der Klasse, an Schulen, auf kantonaler, nationaler oder internationaler Ebene. Die Schülerschaft ist der wichtigste und grösste Teil jeder Schule und kann von keiner anderen Gruppierung adäquat vertreten werden. Die Stimme der Schülerinnen und Schüler muss gehört und ernstgenommen werden.In diesem Leitbild sind die grundlegenden Haltungen der USO festgehalten. Es wird, wann immer nötig, den aktuellen Umständen angepasst und von der Generalversammlung der USO verabschiedet. Es steht jedem Mitglied der USO frei, sich an diesem Prozess aktiv zu beteiligen. Das Leitbild der USO berücksichtigt unter anderem auch die verschiedenen Positionspapieren der USO, die jeweils durch die Generalversammlung verabschiedet wurden. Die USO steht vor allem für das Recht auf Bildung, gegen Diskriminierung, die Rechte und Partizipation von Schülerinnen und Schülern, Evaluation in der Schule und gegen die Privatisierung von Bildung ein. Die USO ist in ihrer Arbeit unabhängig von Staat, Parteien und Firmen, sucht sich aber projektbezogene Partner um ihren Anliegen mehr Gewicht zu verleihen. Sie ist demokratisch organisiert und vertritt ihre Mitglieder, aber auch einfach Schülerinnen und Schüler aktiv gegenüber nationalen und internationalen Partnern und politischen Institutionen.

Die Rolle der USO

Die USO ist demokratisch organisiert und vertritt ihre Mitglieder aktiv gegenüber nationalen und internationalen Gesprächspartnern und politischen Institutionen. Sie ist in ihrer Arbeit unabhängig, insbesondere von Staat, Parteien und Firmen jeglicher Couleur, sucht sich aber projektbezogen Partner aus verschiedenen Bereichen, um ihren Anliegen mehr Gewicht zu verleihen. Wann immer möglich, versucht die USO die Interessen aller Schülerinnen und Schüler der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein zu vertreten, auch wenn ihre Mitglieder ausschliesslich Schülerorganisationen von öffentlichen und privaten Gymnasien sind. Die USO sucht Lösungen, von denen alle ihre Mitglieder profitieren, nicht bloss einzelne Gymnasien. Die USO unterstützt ihre Mitglieder, organisiert Weiterbildungen und ist Ansprechpartnerin bei Problemen jeglicher Art. Es steht jeder Schülerin und jedem Schüler einer Schweizer oder Liechtensteiner Schule, insbesondere aber den Mitgliedern der USO frei, sich jederzeit aktiv am Meinungsbildungsprozess der USO zu beteiligen. Den Beiträgen der Mitglieder wird dabei besonderes Gewicht beigemessen.

Bildung!

Bildung ist ein Menschenrecht! Jede und Jeder muss das Recht haben, sich ein Leben lang in einer Art und Weise zu bilden, welche ihr oder ihm entspricht. Bildung ist dabei weiter zu verstehen als einzig Faktenvermittlung im Rahmen schulischer Institutionen. Der Tatsache, dass Bildung vor allem auf informeller Ebene geschieht, ist angemessen Rechnung zu tragen. Die Berufsbildung muss als gleichwertig zur gymnasialen Bildung anerkannt werden. Zu jedem Zeitpunkt des Lebens müssen sinnvolle Möglichkeiten bestehen, um eine allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Zusätzliche Hürden, als Beispiel sei der Numerus Clausus genannt, sind abzuschaffen und die Schnittstellen, zum Beispiel zwischen Gymnasium und Hochschulen oder zwischen den einzelnen Stufen der Sekundarschule, sind abzuflachen, um einen fliessenden Lernprozess zu gewährleisten. Bildung ist der Grundbaustein jeder Demokratie und führt zu einer wissens- und könnensbasierten Gesellschaft, in welcher alle Menschen gleichberechtigt und frei leben können. Um die demokratischen Grundwerte und Prozesse vermitteln zu können, muss Bildung (und mit ihr die Schulen) demokratisiert werden. Bildung muss unabhängig sein von politischen, religiösen und anderen Einflüssen. Aktuell sieht die USO keine langfristige Alternative zu öffentlichen, gebührenfreien Schulen um Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Schichten nicht zusätzlich zu benachteiligen. Es sei aber jedem Menschen freigestellt, in welcher Art und Weise er sich bilden möchte. Dies bedingt, dass innerhalb der öffentlichen Schulen eine grosse Diversität zu finden ist und, dass die Individualität der einzelnen Schülerinnen und Schüler innerhalb dieser bewusst gefördert wird. An Schulen soll eine breite Allgemeinbildung vermittelt werden, die es den Schülerinnen und Schüler ermöglicht, sich selbstständig vertieft mit ihren Interessensgebieten auseinanderzusetzen. Bildung ist als lebenslanger Prozess zu verstehen. öffentliche und gebührenfreie Bildungsangebote sind deshalb für alle Altersklassen bereitzustellen. Schulen müssen Kinder und Jugendliche auf diesen Prozess des lebenslangen Lernens vorbereiten und ihnen alle benötigten Grundlagen für eine selbstständige Weiterbildung mitgeben.

Rechte und Partizipation von Schülerinnen und Schülern

Die von der USO angestrebten Rechte für alle Schülerinnen und Schüler sind in der Declaration of School Students Rights“ festgehalten, welche im Juli 2006 von der Generalversammlung der OBESSU (Organising Bureau of European School Student Unions) verabschiedet wurde. Für die USO von besonderer Wichtigkeit ist die Forderung 2.1 welche lautet: „Schülerinnen und Schüler müssen in alle Entscheidungsprozesse einbezogen werden, welche die Schule betreffen. Dies muss durch die Gesetzgebung garantiert werden.“ Die Union der Schülerorganisationen strebt eine Schule an, welche die Prinzipien der Demokratie und der Partizipation auf allen Niveaus umsetzt. Dies bedeutet auch, dass die Schülerinnen und Schüler den Inhalt des Unterrichts (mit)bestimmen und dass sie Teil aller Entscheidungsgremien der Schule sind. Wir wollen wegkommen von einer Schule der Lehrerinnen und Lehrer und der politischen Entscheidungsträgerinnen und -träger hin zu einer Schule aller, welche an ihrem Funktionieren beteiligt sind. Dies meint vor allem Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitung und Angestellte. Das Verständnis für demokratische Prozesse, wie sie in der Schweiz üblich sind, wird so bereits früh gefördert und gefordert. Die Schülerinnen und Schüler werden dazu befähigt, in einer Demokratie zu partizipieren und sich für ihre Rechte auf allen Ebenen einzusetzen. Da die Schülerinnen und Schüler von heute die politischen Entscheidungsträger von morgen sind, ist dies für die ganze Gesellschaft von grösster Wichtigkeit. In Bezug auf die Rechte von Schülerorganisationen sind die Forderungen der USO in der von ihrer Generalversammlung verabschiedeten Charta festgelegt.

Diskriminierung

An den Schulen der Schweiz darf keine Art der Diskriminierung vorkommen. Prävention im schulischen Rahmen ist von besonderer Wichtigkeit mit Blick auf das aktuelle und spätere agieren der Schülerinnen und Schüler innerhalb der Gesellschaft. Dies bedeutet auch, dass die an Schulen vermittelten Inhalte in keiner Weise diskriminierend sein dürfen. Heute wird dieser Grundsatz in verschiedener Hinsicht verletzt. Die USO thematisiert den Kampf gegen Diskriminierung mit ihrer Kampagne „all different – all equal“ und beruft sich dabei auf die international gültigen Menschenrechte. Rassismus darf an Schulen in keiner Form geduldet werden. Kinder anderer Nationalität sind in Bezug auf ihre Rechte innerhalb der Schule gleich zu behandeln wie Kinder mit Schweizer Pass. Da der persönliche Erfolg sehr oft von individualisierten Angeboten abhängt haben sie Anspruch auf Sonder- und Förderunterricht. Bei Kindern und Jugendlichen, welche erst vor kurzem in die Schweiz gezogen sind, darf die Sprache niemals ein Grund zur Einteilung in eine tiefere Stufe sein. Sprachunterricht muss unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Die Religionsfreiheit ist auch an Schulen zu garantieren. Es muss gewährleistet werden, dass Kinder aus bildungsfernen und finanziell schwachen Schichten dieselben Chancen auf eine langjährige, solide Bildung haben wie alle anderen. Dies bedeutet, dass Bildung, egal auf welchem Niveau, keinerlei Kosten für die Schülerinnen und Schüler (bzw. ihre Eltern) verursachen darf. Dies schliesst auch Schulmaterialien und Studienreisen ein. Für die USO von grosser Wichtigkeit ist die Verteidigung der Rechte von geistig oder körperlich behinderten Menschen. Sie sind soweit als möglich an regulären Schulen zu integrieren wobei aber Integration nie eine versteckte Sparmassnahme sein darf. Es dürfen Betroffenen keine zusätzlichen Hürden gestellt werden und verhältnismässige Erleichterungen sind zu gewähren (so darf zum Beispiel bei Legasthenikern die Rechtschreibung nicht notenrelevant sein). Es sind vom Staat öffentliche Angebote speziell für behinderte Menschen bereitzustellen welche gewährleisten, dass auch diese in den Genuss einer soliden und für sie sinnvollen Bildung kommen wenn ihre Integration in herkömmliche Klassen nicht möglich ist. Die Rechte von homo-, bi- und transsexuellen Menschen sind zu beachten und zu verteidigen. Dies bedingt auch ein Abkommen von der Heteronormativität, welche heute unbewusst gelehrt wird. Die USO bezieht sich hier auf die „Guidelines for an LGBTQ-inclusive education“ welche OBESSU und IGLYO gemeinsam erarbeitet haben. Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist heute weder an Schulen noch in der Gesellschaft gewährleistet. Da eine Gesellschaft und ihre Schulen sehr stark miteinander verknüpft sind, ist es mit Blick auf die zukünftige Situation äusserst wichtig, dass diese Problematik bereits von Beginn der schulischen Bildung weg thematisiert wird. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Vermeidung der Wahl von Profil, Beruf oder Studium aufgrund von Geschlechterstereotypen gelegt.

Bildungsföderalismus

Zugunsten der Mobilität und Gleichberechtigung in Bezug auf die Studienwahl aller Schülerinnen und Schüler sind Bildung und Schule stärker national zu organisieren. Die Abschlüsse der einzelnen Kantone müssen gleich gewichtet werden, was aber nicht zwingend bedeutet, dass die Inhalte absolut die gleichen sind. Das Schweizer Bildungssystem muss mit internationalen Standards kompatibel sein um den Austausch personeller wie auch inhaltlicher Art zu fördern. Die Finanzierung der Bildungsangebote darf nicht abhängig sein vom Wohnkanton der Schülerinnen und Schüler oder ihrer Eltern. Diese Entwicklungen dürfen aber auf keinen Fall zum Verlust von regionalen Inhalten führen und dürfen den Einfluss der Schülerschaft auf die Entscheidungsprozesse in Bezug auf Bildung und Schule nicht beeinträchtigen. Regionale Schülerorganisationen sind zu fördern und der Einfluss der USO auf nationaler Ebene ist zu vertiefen.

Evaluation

Die Evaluation sowohl von Schülerinnen und Schülern als auch von Lehrerinnen und Lehrern ist ein wichtiger Teil jeglicher Art von Wissens- und Könnensvermittlung. Die Evaluation von Schülerinnen und Schülern ist heute zu wenig differenziert und diejenige der Lehrerinnen und Lehrer zu wenig verbreitet und anerkannt. Das Setzen von Noten soll ersetzt werden durch ein System der ständigen gegenseitigen Evaluation. Dieser Prozess wird schriftlich festgehalten und dient so der Endevaluation des persönlichen Erfolges jeder einzelnen Schülerin oder Lehrerin und jedes einzelnen Schülers oder Lehrers. Auch die Schulen und das gesamte Bildungssystem sollen regelmässig einer tiefgreifenden Evaluation unterzogen werden, welche konstruktiv zu einer steten Qualitätssteigerung beiträgt. In diese Prozesse einbezogen werden alle betroffenen Personen, Organisationen und Institutionen, im Besonderen aber die Schülerinnen und Schüler selbst.

Privatisierung und Finanzierung der Bildung

Da Bildung ein öffentliches Gut ist, welches jeder und jedem jederzeit ohne Bedingung und Hindernisse freistehen soll, wehrt sich die USO gegen jegliche Art der Privatisierung von Bildung. Dies betrifft sowohl die Privatisierung des gesamten Systems als auch diejenige einzelner Bereiche wie zum Beispiel Unterrichtsmaterialien, Sponsoring oder Werbung an Schulen. Um das hohe Niveau der öffentlichen Schulen zu garantieren ist es von ausgesprochen grosser Wichtigkeit, dass in diesem Bereich der Schweizer Volkswirtschaft in Zukunft auf keinen Fall mehr gespart sondern wann immer möglich mehr Geld zur Verfügung gestellt wird. Sparmassnahmen geschehen immer zu Lasten der Qualität der Ausbildung, weshalb keine weiteren durchgeführt werden dürfen. Bildung ist DER Rohstoff der Schweiz und ist somit jederzeit finanziell wie auch ideologisch zu fördern. Die gesamte Gesellschaft hat heute wie auch in näherer und fernerer Zukunft ein nicht zu leugnendes Interesse daran, möglichst gut ausgebildete Schulabgängerinnen und -abgänger hervorzubringen, welche fähig sind, sich ein Leben lang weiter zu bilden und bereit sind, ihr Wissen und ihr Können in den Dienst der Gesellschaft zu stellen.

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